Hier sind die Beschreibungen aller österreichischen Flüsse aufgelistet die von Steve bereits gepaddelt wurden. Alle Flussbeschreibungen wurden von Steve verfasst und recherchiert. Am Ende der Flussbeschreibung ist stets vermerkt, wann und bei welchem Pegel der Fluss zuletzt gepaddelt wurde. Sämtliche Flussführer werden laufend aktualisiert. Sollte trotzdem etwas nicht stimmen, freue ich mich über eine Nachricht. Alle Flussbeschreibungen können kostenfrei verwendet werden.

In Österreich war über Jahrzehnte der Wildwassersport vorherrschend. Mehrtägige Wanderfahrten mit Gepäck, sind erst in den letzten Jahren ein größeres Thema geworden. Im Vergleich zu Deutschland ist die Infrastruktur für Paddler eher spärlich. So sind zum Beispiel Campingplätze an Flüssen in Österreich eine absolute Ausnahme. Auch die Übernachtung bei Kanuvereinen, in Deutschland weit verbreitet, ist in Österreich nur in wenigen Einzelfällen möglich. Auf Grund dieser Tatsachen kommt man auf Mehrtagestouren um wildes Zelten oft nicht herum. Da dies gesetzlich verboten ist, sollte man seine Zeltplätze so wählen, dass man möglichst niemandem begegnet.

An den österreichischen Seen, ist wildes Zelten kaum möglich und auch nicht empfehlenswert. Die Toleranz gegenüber Solo-Campern ist in der Regel größer, als bei großen Gruppen. In Niederösterreich hatte ich in den letzten Jahren mehrmals Ärger mit Jagdaufsehern oder Fischereiaufsichtsorganen. Abschließend bleibt zu sagen, dass Wildzelten in Österreich seit der Corona-Pandemie nicht mehr empfohlen werden kann.

Die österreichischen Flüsse sind seit Jahrhunderten von den Menschen kultiviert, genutzt und beeinflusst worden. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt weisen sie einen hohen Verbauungsgrad auf. Die Hindernisse dienen hauptsächlich der Energiegewinnung, sowie der Regulierung und Veränderung des Flusslaufs. Das Land Österreich bezieht mehr als die Hälfte seines verbrauchten Stroms aus der Wasserkraft. Je nach Wasserführung schwankt der Anteil zwischen 54 und 67 %.
Längere unberührte und naturbelassene Flussabschnitte stellen in Österreich die Ausnahme dar. Durch die Flussregulierung gingen in den letzten Jahrhunderten etwa 80 % der ehemaligen Flussauen oder Überschwemmungsgebiete verloren. Sie wurden in Bauland oder landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt. Die Größe der verbliebenen Augebiete wird auf etwa 100.000 Hektar geschätzt. Auch die "frei fließenden Abschnitte", also jene Abschnitte die nicht zur Energiegewinnung gestaut werden, sind in der Regel reguliert und begradigt. Es ist daher falsch von einem "natürlichen" Flussabschnitt zu sprechen, nur weil dieser nicht gestaut ist.
Das Laufwasserkraftwerk ist die gängigste Form des Wasserkraftwerks. Dieses staut den Fluss zur Energiegewinnung. Bei den meisten Laufkraftwerken wird kontinuierlich eine gleichmäßige Menge Wasser an die Turbinen abgegeben. Es gibt jedoch auch Kraftwerke die im Schwellbetrieb laufen. Schwellbetrieb bedeutet, dass in bestimmten Intervallen Wasser angestaut und anschließend im Schwall abgegeben wird.
Schwellbetrieb ist in Österreich eher die Ausnahme, bei den meisten Kraftwerken ist der Durchfluss weitgehend konstant. Beispiele für Kraftwerke die im Schwellbetrieb laufen sind unter anderem die Anlagen an der unteren Enns, was sich gut an den Schwankungen am Pegel in Steyr ablesen lässt. Ein weiteres Beispiel sind die Kraftwerke am Ziller, hier schwankt der Pegel teilweise um mehrere Meter. Schwellbetrieb bringt eine erhebliche Belastung für alle Wasserlebewesen mit sich. Flussabschnitte werden in kurzen Intervallen geflutet und fallen wieder trocken. Durch den Schwall ändert sich schlagartig die Wassertemperatur, Fischlaich wird weggespült und Sediment abgetragen. Lässt der Schwall nach, folgt der Sunk. Die kurzfristig gefluteten Bereiche fallen wieder trocken. Wasserlebewesen die in diese Zonen gespült wurden sitzen schlagartig auf dem Trockenen und gehen zu Grunde.
Bei Laufwasserkraftwerken unterscheidet man zusätzlich zwischen Wehrkraftwerken und Ausleitungskraftwerken. Bei Wehrkraftwerken befinden, wie der Name bereits vermuten lässt, Wehr und Kraftwerk an einem Bauwerk. Beispiele dafür sind sämtliche Kraftwerke an der österreichischen Donau. Bei einem Ausleitungskraftwerk sind Wehr und Kraftwerk voneinander getrennt und können sich teilweise kilometerweit auseinander liegen. Bei dieser Bauweise zweigt am Wehr ein Kraftwerkskanal ab, welcher eine gleichmäßige Wassermenge zum Kraftwerk abführt. Wasser das vom Kanal nicht aufgenommen werden kann, fließt über die Wehranlage zurück in den Fluss. Ist die abgegebene Restwassermenge zu gering, kann es sein dass die Restwasserstrecke bis zur Mündung des Kraftwerkskanals nahezu trocken fällt. Dies ist aus ökologischer Sicht ein Desaster, da der natürlich Flusslauf unterbrochen wird. Aus diesem Grund ist heute bei den meisten Ausleitungskraftwerken eine festgelegte Restwassermenge vorgeschrieben um zu verhindern, dass Flussabschnitte gänzlich trocken fallen.
Bei einem Speicherkraftwerk handelt es sich in der Regel um einen großen Stausee. In diesem wird über längere Zeit Wasser angestaut um es bei Bedarf in ein Kraftwerk leiten zu können. Speicherkraftwerke sind quasi ein Energiespeicher, sie ermöglichen eine situative Stromproduktion. Die Energie kann im einem wie in einer Batterie gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden. Speicherkraftwerke haben eine gewaltige Auswirkung auf die Flussökologie und die Landschaft um den Fluss. Für die Errichtung der Stauseen werden oft ganze Täler und Ökosystem unter Wasser gesetzt. Auch Menschen wurden dafür häufig umgesiedelt und verloren ihr Zuhause. In den Stauseen lagern sich durch das sich absetzende Sediment über die Jahre große Mengen an Schlamm an. Durch Faulprozesse können Methangas oder Cyanobakterien (Blaualgen) entstehen. In der Regel gilt: Je höher die Wassertemperatur des Stausees, desto schlechter die Wasserqualität.

Auf österreichischen Flüssen gibt es unzählige Hindernisse die von Paddlern umtragen werden müssen. Neben großen Kraftwerken gibt es eine Vielzahl an kleinen und teilweise schon recht alten Wehren. Vernünftige Ausstiegsmöglichkeiten sind oft nicht vorhanden, von Hinweisschildern ganz zu schweigen. Auch Sohlschwellen sind an fast jedem Fluss zu finden. Einige dieser Hindernisse können bei höheren Wasserständen besonders für uninformierte Paddler zur Todesfalle werden. Das Anbringen von Warnschildern wäre eine sinnvolle Maßnahme, welche allerdings nur in den seltensten Fällen umgesetzt wird.
Das Umtragen der Hindernisse ist oft sehr mühsam und in einigen Fällen sogar gänzlich unmöglich. Bootsgassen sind in Österreich noch kaum verbreitet und bei den Existierenden ist die Befahrung oft aus "Sicherheitsgründen" verboten. Obwohl diese Schilderungen ziemlich abschreckend klingen mögen, gibt es Flüsse deren Befahrung sich bis heute lohnt. Die Bestrebungen der Zukunft müssen vor allem dahin gehen, diese Gewässer der Natur und den Menschen zu erhalten. Paddler sind in der Verantwortung sich gegenüber Anrainern und Anglern rücksichtsvoll zu verhalten um dies auch von der Gegenseite erwarten zu können.