Flussbeschreibung der Malý Dunaj

Informationen für Kanuten & Paddler

Die Kleine Donau (slowakisch Malý Dunaj, ungarisch Kis-Duna) ist ein Seitenarm der Donau in der Slowakei. In Bratislava zweigt sie vom Hauptstrom der slowakischen Donau ab und fließt in zahlreichen Mäandern etwa parallel nördlich entlang des Hauptflusses. Nach etwa 123 Kilometern mündet sie bei der Stadt Kolárovo in die Waag. Das Flusssystem bildet die größte Binneninsel Europas, die Große Schüttinsel. Diese ist slowakisches Staatsgebiet, wird jedoch mehrheitlich von Ungarn bewohnt. Von einem unbekannten Zeitpunkt an bis in das 16. Jahrhundert bildete die Kleine Donau den Hauptstrom der Donau. Bei Hochwasser wird sie als Entlastungsgerinne genutzt. Die Malý Dunaj ist nicht zu verwechseln mit ihrer ungarischen Schwester, der Mosoni Donau.


Flusskarte der Malý Dunaj

Hinweise zur Verwendung der Karte

Mit einem Klick auf das Google Icon rechts, könnt ihr eine von mir erstellte Flusskarte der Malý Dunaj aufrufen. Diese Karte ist digital und basiert auf Google Maps. Darauf könnt ihr euch den Flussverlauf im Detail ansehen, sowie Wehre und Umtragungswege aus der Vogelperspektive betrachten. Sämtliche der in der Kilometrierung erwähnte Hindernisse sind in der Karte eingezeichnet. Die Umtragungswege sind als grüne Linien markiert. Sollte euch auffallen dass die Karte Fehler enthält, schreibt mir eine Nachricht und ich werde sie korrigieren.


Wo setze ich am besten ein?

Infos zu Einstiegsstellen und Anreise

Einstieg im Hafen von Hainburg
Einstieg im Hafen von Hainburg

Die Malý Dunaj zweigt im äußeren Stadtgebiet von Bratislava am Wehr Malé Pálenisko vom Hauptstrom der Donau ab. Der Bahnhof von Bratislava liegt jedoch sehr weit von der Malý Dunaj entfernt. Daher bietet es sich an zur Bahnstation Bratislava Vrakuňa zu fahren. Diese befindet sich nur 200 Meter vom Fluss entfernt, es gibt eine Einstiegsstelle speziell für Paddler. Wer möchte kann die Fahrt bereits auf der österreichischen Donau in der Stadt Hainburg starten. Von der Einstiegsstelle sind es 18,8 Kilometer auf der Donau bis zur Abzweigung der Malý Dunaj. Wählt man diesen Weg, muss man am Wehr Malé Pálenisko ausbooten und anschließend in die Malý Dunaj umsetzen. Der Fluss wird jedoch nach 500 Metern bereits von einem weiteren Wehr blockiert. Diese beiden Hindernisse erspart man sich, wenn man erst in Bratislava Vrakuňa einbootet.


Wie weit kann ich fahren?

Infos zu Ausstiegsstellen und Heimreise

Ende einer Fahrt bei Szőny (Donau)
Ende einer Fahrt bei Szőny (Donau)

Die Malý Dunaj ist von ihrem Ursprung in Bratislava bis zu ihrer Mündung in die Waag bei der Stadt Kolárovo befahrbar. Die Länge der Gesamtstrecke beträgt etwa 122,8 Kilometer. Bootet man in Vrakuňa ein, verkürzt sie sich auf 117,7 Kilometer. Wer möchte kann über die Waag noch 25 Kilometer weiter, bis zur Mündung in die ungarische Donau paddeln. Die Waag ist jedoch stark reguliert und landschaftlich wenig reizvoll. Hat man die Mündung in Donau erreicht findet man 3 Kilometer weiter beim Ort Szőny eine gute Ausstiegsstelle. Dort befindet sich der Bahnhof unmittelbar am Fluss. Wer nicht auf der Waag weiter fahren möchte, sollte seine Fahrt unmittelbar nach der Mündung in Kolárovo beenden. Leider wurde der dortige Bahnhof still gelegt, weswegen die Heimreise mit dem Bus angetreten werden muss.


Wo kann ich zelten & einkaufen?

Infos zu Zelt- und Einkaufsmöglichkeiten

Camp an der Malý Dunaj
Camp an der Malý Dunaj

Die Malý Dunaj ist vor allem unter Slowaken und Ungarn ein beliebter Paddelfluss. Es finden sich einige Campingplätze unmittelbar am Wasser. Neben diesen existieren zahlreiche inoffizielle Biwakplätze, welche an den Wochenenden jedoch häufig von Anglern belegt sind. Diese verfügen in der Regel über Sitzgelegenheiten und eine Feuerstelle. Wildcampen an der Malý Dunaj ist ebenfalls möglich. Allerdings ist es auf weiten Strecken sehr schwierig, in den schlammigen und sumpfigen Auwäldern, einen guten Platz zu finden. Einkaufsmöglichkeiten gibt es genügend. Fast in allen Orten existiert zumindest ein kleines Lebensmittelgeschäft. Startet man seine Fahrt in Hainburg kann man sich gleich dort ausreichend mit Proviant eindecken. Ein Supermarkt befindet sich 200 Meter Luftlinie von der Einstiegsstelle entfernt.


Worauf muss ich acht geben?

Infos zu Gefahren und Hindernissen

Ausstieg am Wehr Tomášikovo
Ausstieg am Wehr Tomášikovo

Die Malý Dunaj ist ein ein ausgezeichneter Anfängerfluss. Neben den beiden Wehren an der Abzweigung vom Hauptstrom, gilt es lediglich zwei Kleinkraftwerke zu umtragen. Startet man an der Bahnstation Bratislava Vrakuňa, spart man sich erstere und hat lediglich zwei Umtragungen. Diese sind mit Bootswagen einfach zu bewältigen. Die Strömung der Malý Dunaj ist nicht besonders stark. Sie liegt im Durchschnitt bei etwa 3 km/h. Abschnittsweise befinden sich zahlreiche gefallene Bäume im Flussbett, es bleibt jedoch stets eine freie Durchfahrt. Von den Einheimischen wird das Gewässer in motoriserten Schlauchbooten befahren, was sich jedoch kaum störend auswirkt.


Kilometrierung der Malý Dunaj

Von Bratislava zur Mündung in die Waag (122,8 km)

Wehr Malé Pálenisko
Wehr Malé Pálenisko

km 1865,5 (Donau) / km 122,8 (Malý Dunaj) - Am linken Ufer Abzweigung der Malý Dunaj vom Hauptstrom der Donau über Wehr Malé Pálenisko im äußeren Stadtgebiet von Bratislava. Rechts umtragen. Kommt man mit Kanu vom Hauptstrom der Donau, muss über Land in die Malý Dunaj umgesetzt werden. Eine gute Ausstiegsstelle findet man rechts, unmittelbar vor dem Sperrwerk. Es bietet sich an dem Weg am Fluss entlang bis zur Rohrleitungsbrücke bei km 122,2 zu folgen und dort rechtsufrig wieder einzubooten. So spart man sich das erneute Umtragen am Wehr Ružinov.

Wehr Ružinov
Wehr Ružinov

km 122,3 - Wehr Ružinov - Rechts umtragen. Dieses Hindernis wird mit dem Wehr Malé Pálenisko in einem umkarrt. Keinesfalls zwischen den beiden Wehren einbooten! Nach dem Hindernis findet man eine gute Einstiegsstelle rechtsufrig unter der folgenden Rohrleitungsbrücke. Der Fluss ist bis zur Mündung der Blatina bei Kilometer 113,4 reguliert und eintönig.

km 122,2 - Rohrleitungsbrücke, rechts davor Einstiegsstelle nach dem Umtragen der Wehre.

km 121,9 - Eisenbahnbrücke, davor und dahinter Rohrleitungsbrücke.

km 121 - Straßenbrücke

km 120,1 - Rechts Mündung des Odpadový Kanals.

km 119,2 - Straßenbrücke E575 / 63

km 118,6 - Fußgängerbrücke

km 117,9 - Straßenbrücke

km 117,7 - Rohrleitungsbrücke, rechts davor gute Einstiegsstelle. Am rechten Ufer in 200 Meter Entfernung der Bhf. Bratislava Vrakuňa. Wenn man sich die Wehre am Abzweig von der Donau sparen möchte, bootet man erst hier ein.

km 117,6 - Eisenbahnbrücke, dahinter Rohrleitungsbrücken.

km 116 - Straßenbrücke, Ende des Stadtgebietes von Bratislava.

km 115,2 - Rohrleitungsbrücke

km 114,4 - Baustelle der Autobahnbrücke D4.

km 113,6 - Straßenbrücke

km 113,4 - Links Mündung der Blatina über Altarm.

km 110,6 - Straßenbrücke, rechts der Ort Malinovo.

km 109,8 - Links der Ort Zálesie, schwimmende Holzhütten im Fluss. Der Abschnitt von hier bis zum folgenden Kraftwerk ist sehr urwüchsig und schön.

km 108,3 - Rechts Abzweig eines Nebenarmes. Die Einfahrt ist durch einen schwimmenden Metallponton versperrt, der links umfahren werden kann. An der Abzweigung befindet sich ein Biwakplatz mit Bänken.

km 106,8 - Links Abzweig zu einem Altarm.

km 104,9 - Fußgängerbrücke, diese liegt unmittelbar am Wasser auf und kann nicht unterfahren werden. Sie kann jedoch ganz rechts an einer kleinen Insel vorbei über einen Nebenarm umfahren werden.

Kraftwerk Nová Dedinka
Kraftwerk Nová Dedinka

km 103,7 - Kraftwerk Nová Dedinka - Rechts umtragen. Gute Ausstiegsstelle am rechten Ufer ca. 170 Meter vor dem Wehr. Das Hindernis lässt sich mit Bootswagen problemlos umkarren. Auf der linken Seite des Wehres zweigt ein Kanal ab, der Wasser zur Čierna voda ableitet. Am linken Ufer in zwei Kilometer Entfernung der Ort Nová Dedinka.

km 100,3 - Straßenbrücke, rechts der Ort Tomášov mit Einkaufsmöglichkeit.

km 97,5 - Große Insel mit Metallrohrleitungsbrücke. Rechts davor Biwakplatz & der Ort Vlky mit Lebensmittelhändler, 900 m abseits vom Fluss.

km 91,2 - Links Pegel des Ortes Hrubý Šúr.

km 88,1 - Rechts Biwakplatz mit Bänken und Feuerstelle.

km 86,2 - Straßenbrücke 503, links der Ort Hurbanova Ves.

km 80 - Links der Bootsanleger des Ortes Jelka. Unmittelbar am Anleger gibt es ein Lokal, im Ort mehrere Einkaufsmöglichkeiten.

km 77,7 - Straßenbrücke 510

km 72,2 - Links die Mühle Jelka & Restaurants.

km 62 - Rechts Gasthaus mit Freizeitzentrum & Campingplatz.

km 56,8 - Rechts Campingplatz & der Ort Potônske Lúky.

km 56,2 - Fußgängerbrücke

km 48,6 - Links Mündung der Čierna voda, 105,5 km langer Nebenfluss.

Kraftwerk Tomášikovo
Kraftwerk Tomášikovo

km 48,3 - Kraftwerk Tomášikovo - Links umtragen. Gute Ausstiegsstelle über Betonrampe am linken Ufer, 50 Meter vor dem Wehr. Das Hindernis lässt sich mit Bootswagen problemlos umkarren. Unmittelbar hinter dem Wehr kann über eine steile Treppe eingebootet werden. Geht man noch 50 Meter weiter findet man eine Betonrampe, welche den Einstieg wesentlich vereinfacht.

km 47,1 - Links die Mühle Tomasikovo und Restaurant.

km 40,6 - Straßenbrücke 507, links der langgezogene Ort Jahodná mit Lebensmittelhändlern und verschiedenen Restaurants.

km 38 - Fußgängerbrücke, davor einige Restaurants und vermutlich Campingplatz.

km 22,2 - Straßenbrücke 561, links in 3 km Entfernung der Ort Trstice.

km 12,6 - Links Mündung der Stará Čierna voda.

km 3,1- Links Mündung des Kolárovský Kanals.

km 1,6 - Straßenbrücke 573

km 0 (Malý Dunaj) / km 25 (Waag) - Mündung in die Waag. Am Landspitz zwischen den beiden Flüssen befindet sich ein schöner Rastplatz. Die Waag ist auf den nächsten 25 Kilometern bis zur Mündung in die Donau als Schifffahrtsweg ausgebaut, es gibt jedoch keinen Schiffsverkehr. Ihre Strömung ist schwach, mit etwa 2 km/h. Der Wasserstand kann durch die flussaufwärts gelegenen Stauseen stark schwanken. Die Pegelschwankungen kann man am Pegel Kolarovo ablesen.


Kilometrierung der Waag

Von Kolárovo bis zur Mündung in die Donau (25 km)

km 25 - Rechts Mündung der Malý Dunaj.

km 23,3 - Straßenbrücke 563, am rechten Ufer die Stadt Kolárovo (ungarisch "Guta") mit Supermarkt. Wer nicht bis zur Mündung in die Donau paddeln möchte kann die Fahrt hier beenden. Dazu rechts vor der Brücke in den Hafen einfahren. Dort findet man eine gute Ausstiegsstelle. Der Bhf. wurde leider stillgelegt, weswegen die Heimreise gegebenenfalls mit dem Bus angetreten werden muss. Bis 1948 trug die Stadt den ungarischen Namen "Guta". Dann wurde sie aus nationalpolitischen Gründen zu Ehren des slowakischen Dichters Ján Kollár in Kolárovo umbenannt, was für Unmut bei den ungarischen Bewohnern sorgte.

km 20,2 - Rechts Mündung des Asód - Ćergov Kanals.

km 6,3 - Rechts Mündung des Komárňanský Kanals.

km 3,6 - Links Mündung der Nitra, 167 Kilometer langer Nebenfluss.

km 2,6 - Eisenbahnbrücke

km 1,4 - Straßenbrücke 64, rechts die Stadt Komárno.

km 1,2 - Rechts gute Ausstiegsstelle, wenn man die Fahrt in Komárno beenden möchte. Der Bahnhof befindet sich 2 Kilometer vom Fluss entfernt.

km 0 (Waag) / km 1766 (Donau) - Mündung der Waag in die Donau bei km 1766.

km 1762,4 (Donau) - Rechts Einfahrt in den Altarm des Ortes Szőny. Paddelt man diesen 800 m flussaufwärts, erreicht man eine gute Ausstiegsstelle unmittelbar am Bhf. Szőny.


Flusswandern auf der Malý Dunaj

Von Bratislava bis zur Mündung

Fluss zuletzt gepaddelt im Mai 2018. Beschreibung zuletzt bearbeitet am 27.06.2019

Der Pegel Malé Pálenisko lag bei 218 cm. Der Pegel Trstice lag bei 140 cm.

Der Pegel Kolárovo (Waag) lag bei 191 cm.