Flussbeschreibung des Someș

Informationen für Kanuten & Paddler

Der Someș (deutsch Somesch, auch Samosch; ungarisch Szamos) ist ein Wanderfluss in Rumänien und Ungarn. Er entsteht etwa 3 Kilometer oberhalb der Stadt Dej, beim Zusammenfluss von Someșul Mic (Kleiner Somesch) und Someșul Mare (Großer Somesch). Der Fluss ist ohne seine Quellflüsse etwa 297 Kilometer lang. Davon entfallen 247 Kilomter auf den rumänischen und etwa 50 Kilometer auf den ungarischen Abschnitt. Nach Dej durchfließt der Somesch das Somesch-Hochland, um dann Richtung Nordwesten bei Satu Mare das Land Rumänien zu verlassen. Er mündet in Ungarn in die Theiß. (Quelle: Wikipedia)


Flusskarte des Someș

Hinweise zur Verwendung der Karte

Karte des Someș
Karte des Someș

Mit einem Klick auf das Google Icon rechts, könnt ihr eine von mir erstellte Flusskarte des Someș aufrufen. Diese Karte ist digital und basiert auf Google Maps. Darauf könnt ihr euch den Flussverlauf im Detail ansehen, sowie Wehre und Umtragungswege aus der Vogelperspektive betrachten. Sämtliche der in der Kilometrierung erwähnte Hindernisse sind in der Karte eingezeichnet. Die Umtragungswege sind als grüne Linien markiert. Sollte euch auffallen dass die Karte Fehler enthält, schreibt mir eine Nachricht und ich werde sie korrigieren. 


Wo setze ich am besten ein?

Infos zu Einstiegsstellen und Anreise

Blick auf den Somesch bei Dej
Blick auf den Somesch bei Dej

Eine Wanderfahrt auf dem Someș startet man am besten in Dej. Hier führt der Somesch genug Wasser um auch mit Faltbooten befahren werden zu können. Die Anreise nach Dej kann mit dem Zug erfolgen, der Bahnhof ist etwa 1,4 Kilometer von der Einstiegsstelle entfernt. In Dej gibt es das Sungarden Therme Hotel, ein verhältnismäßig günstiges 4 Sterne Hotel, welches sich als Basislager und Unterkunft anbietet. Direkt an der Straßenbrücke über dem Somesch befindet sich das Weekend Café, ein sehr nettes Café, wo auch das Boot aufgebaut werden kann. Die jungen Inhaber sprechen Englisch und sind äußerst hilfsbereit.

 

Die beiden Quellflüsse des Somesch, Someșul Mic (Kleiner Somesch) und Someșul Mare (Großer Somesch) sind quasi undokumentiert, dürften aber im Allgemeinen zu wenig Wasser für eine Befahrung im Faltboot führen. Michael Kramer, ein professioneller Kanuguide, hat den Someșul Mic (Kleiner Somesch) bereits befahren.

 

Sein Fazit zum Someșul Mic: "Ich bin ab Cluj Napoca gefahren. Bis hinter Dej ist es nur
für Enthusiasten geeignet, sehr flach, viel Müll. An sich ein netter
Fluss, aber für Faltboote nur mit täglichem Flicken machbar."

 

Über den Someșul Mare (Großer Somesch), konnte ich überhaupt keine Fahrtberichte finden. Den Satellitenbildern kann man jedoch entnehmen, dass es zahlreiche Kraftwerke und andere Hindernisse an diesem Fluss gibt.


Wie weit kann ich fahren?

Infos zu Etappenplanung und Heimreise

Somesch bei Satu Mare
Somesch bei Satu Mare

Der Somesch ist prinzipiell bis zu seiner Mündung in die Theiß fahrbar. Allerdings müsste dabei die Schengengrenze Rumänien - Ungarn auf dem Fluss überquert werden. Dies dürfte auf legalem Weg unmöglich sein, bis Rumänien in den Schengenraum aufgenommen wird. Eine Wanderfahrt muss daher in Satu Mare, der letzten Stadt vor der ungarischen Grenze beendet werden. Die Länge der befahrbaren Strecke von Dej bis Satu Mare beträgt etwa 230 Kilometer. Man sollte dafür in etwa eine Woche einplanen.


Worauf muss ich sonst noch achten?

Kraftwerke und sonstige Gefahren

Umtragung des Wehrs von Jibou
Umtragung des Wehrs von Jibou

Am gesamten Somesch findet sich lediglich ein unfahrbares Hindernis, das Wehr von Jibou. Abgesehen davon gibt es zahlreiche kleine Stufen und Steinwurfwehre, welche jedoch auch mit Faltbooten problemlos fahrbar sind. Diese sind in der Kilometrierung unterhalb genau aufgelistet. Am Ufer des Somesch wird außerdem häufig Schotter abgebaut. Es finden sich gelegentlich Schotterbagger am Fluss, welchen man weiträumig ausweichen sollte. Ist dies nicht möglich, muss man sich in jedem Fall bemerkbar machen, bevor man an den Baggern vorbeifährt. Auch die Brückendurchfahrten erforden stets höchste Aufmerksamkeit, da sich nicht selten Betonreste und Bauschutt darunter befinden. Auf Grund dieser Gegebenheiten ist der Somesch ein Fluss für erfahrene Paddler, die ihr Boot gut im Griff haben. Ein Fluss für Anfänger ist er definitiv nicht.


Wo kann ich zelten & einkaufen?

Zelt- und Einkaufsmöglichkeiten

Biwakplatz auf einer Flussinsel
Biwakplatz auf einer Flussinsel

Die Dörfer und Städte liegen bis auf wenige Ausnahmen nie direkt am Fluss. Proviant- und Trinkwasserbeschaffung sind in der Regel mit langen Fußmärschen verbunden. Man sollte sich stets ausreichend mit Proviant eindecken. Da man für die Gesamtstrecke jedoch nur eine gute Woche benötigt, reicht es in der Regel beim Start in Dej ordentlich einzukaufen. Bei der Umtragung des Wehres von Jibou kann man die Vorräte gegebenenfalls noch einmal aufstocken. Hier gibt es einen Supermarkt in Marschweite. Das rumänische Leitungswasser sollte nur getrunken werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Ansonsten empfiehlt es sich das Wasser im Supermarkt zu kaufen. Am Fluss finden sich zahlreiche schöne Zeltplätze. Diese werden auch von den Rumänen selbst fleißig genutzt. Offizielle Campingplätze gibt es am Somesch nicht.


Flora und Fauna am Someș

Ein Ökosystem auf der Kippe

Ammen-Dornfinger Spinne
Ammen-Dornfinger Spinne

Der Unterlauf des Somesch wurde im Jahr 2000 durch den Baia-Mare-Dammbruch schwer getroffen. Aus einer Golderz-Aufbereitungs-Anlage gelangten 100 Tonnen Cyanid in den Somesch und über diesen weiter in Theiß und Donau. Die Katastrophe hatte ein gewaltiges Fischsterben zur Folge. Bereits 2 Jahre später ereilte den Somesch die schlimmste Verschmutzung aller Zeiten. Damals verendete die gesamte Fischpopulation des Flusses. Woher die giftigen Substanzen stammten wurde wahrscheinlich nie aufgeklärt.

 

Auch heute ist der Somesch nach wie vor stark verschmutzt. Außerdem sind seine Ufer und Auen vielerorts mit Plastikmüll kontaminiert. Nichts desto Trotz verfügt der Fluss dank seiner vielerorts unregulierten Ufer über eine umfangreiche Flora und Fauna.


Kilometrierung des Someș

Von Dej bis zur Mündung (ca. 293,9 km) Zahmwasser

km 297 - Zusammenfluss der beiden Quellflüsse,
Someșul Mic (Kleiner Somesch) und Someșul Mare, (Großer Somesch). Ab hier ist der Fluss mit Faltbooten befahrbar.

km 293,9 - Straßenbrücke 1C, links die Stadt Dej, üblicher Startpunkt einer Wanderfahrt auf dem Somesch. Bahnhof am rechten Ufer, 1,5 km vom Fluss entfernt. Am linken Ufer direkt an der Brücke das Weekend Café Dej. Freundliche Besitzer, guter Startpunkt einer Tour. Einstiegsstelle hinter der Mündung des Jichiș am linken Ufer.

km 293,6 - Fußgängerbrücke

km 293 - Rohrleitungsbrücke

km 290 - Links Mündung des Olpret, kleiner Bach.

km 286,9 - Rechts Mündung des Sălătruc, kleiner Bach.

km 278 - Fähre, dahinter verfallenes Steinwurfwehr, fahrbar in der Mitte.

km 274,9 - Links Mündung eines winzigen Baches mit Schwemmkegel, Zeltplatz.

km 274,9 - Links der Ort Valea Groșilor.

km 272,5 - Fußgängerhängebrücke

km 268,9 - Fußgängerhängebrücke

km 267,7 - Rechts Gruppe von kleinen Inseln, gute Zeltplätze.

km 262,2 - Straßenbrücke 109F

km 258,4 - Steinwurfwehr, links fahrbar.

km 256,3 - Steinwurfwehr, rechts fahrbar.

km 254,1 - Links Mündung der Simisna, kleiner Bach.

km 252 - Straßenbrücke 108S

km 247,4 - Rohrleitungsbrücke, darunter niedrige Stufe, Mitte fahrbar. Vorsicht auf Holzpfähle!

km 244,4 - Steinwurfwehr, rechts umfahren.

km 243,8 - Straßenbrücke

km 242,6 - Kleine Stufe, Mitte rechts fahrbar.

km 238,4 - Seil überspannt den Fluss, Pegel am rechten Ufer.

km 236,4 - Insel, 2 x Rohleitungsbrücke und Fußgängerbrücke. Rechts fahren. Vorsicht bei der Einfahrt auf überhängende Äste!

km 231,1 - Straßenbrücke 27

km 230,1 - Steinwurfwehr, links umfahren.

km 228,1 - Aufgelassene Fähre, dahinter ein paar kleine Stufen, links fahren.

km 226,9 - Verfallenes Steinwurfwehr, links umfahren.

km 224,1 - Fähre

km 221,6 - Damm aus Betonröhren quer über den Fluss, lässt sich links durch einen Durchlass fahren. Vorsicht auf überhängende Äste!

km 217,3 - Straßenbrücke, rechts in 200 m die Bahnstation Cicomani. Vor der Brücke eindrucksvolle Steilböschung am linken Ufer.

km 217,1 - Eisenbahnbrücke, danach kleine Stufe, Mitte fahrbar.

km 208,4 - Fähre

km 208,3 - Fußgängerbrücke, danach Schwall, links fahren.

 Wehr  Jibou
Wehr Jibou

km 206,3 - Wehr Jibou - Links umtragen. Ein Schotterweg führt am linken Ufer entlang bis hinter das Wehr. Dieser ist mit Bootswagen gut zu bewältigen. Dieses harmlos aussehende Hindernis keinesfalls befahren! Dahinter lauert eine gefährliche Walze. Links die Kleinstadt Jibou, vom Fluss aus nicht zu sehen. Wer in Jibou einkaufen möchte gelangt über einen Abzweig nach links zur Straße und in die Stadt. Im Zentrum befindet sich ein Penny Markt.

km 206 - Links Mündung des Agrij, kleiner Fluss.

km 204,1 -  Straßenbrücke, davor kleine Stufe, links fahren.

km 197,8 - Straßenbrücke 108E, davor Stufe aus Steinen und Geröll, Mitte links fahren.

km 193,2 - Seil einer aufgelassenen Fähre, danach Beginn einer malerischen Durchbruchstrecke.

km 176,3 - Rechts und links Pfeiler einer abgetragenen Brücke. Ende der Durchbruchstrecke, rechts die Roma Siedlung des Ortes Chelinţa.

km 172,7 - Rohrbrücke, links die Kleinstadt Ulmeni.

km 170,3 - Neu errichtete Eisenbahnbrücke, dahinter Autofähre. Achtung! Teile der alten Eisenbahnbrücke liegen unterhalb des Neubaus im Fluss. Hinter der Eisenbahnbrücke wird eine neue Straßenbrücke errichtet.

km 161,6 - Autofähre

km 151,2 - Autofähre

km 149,9 - Autofähre, links der Ort Tămaia.

km 147,9 - Fußgängerhängebrücke

km 139,9 - Straßenbrücke 193

km 136,9 - Rechts Mündung des Lăpuș, 119 km langer Nebenfluss.

km 131 - Rohrleitungsbrücke, davor Stufe, Mitte links fahren.

km 124,5 - Schottertransporthängebrücke, rechts Bahnstation Ilba.

km 121,1 - Autofähre

km 115,3 - Rechts alter Röhrendamm, links umfahren.

km 91,7 - Fähre

km 87,2 - Rohrleitungsbrücke

km 65,7 - Eisenbahnbrücke, darunter kleine Stufe, rechts fahren. Beginn des Stadtgebietes von Satu Mare.

Brückenreste in Satu Mare
Brückenreste in Satu Mare

km 64,4 - Straßenbrücke, links und rechts die Stadt Satu Mare. Hinter der Brücke Reste einer verfallenen Brücke. Mittig im Schwall fahrbar oder, auf der Seite treideln. Der Somesch ist in im gesamten Stadtgebiet hoch eingedeicht. Gute Ausstiegsstellen sind nicht zu finden. Unbedingt am linken Ufer ausbooten, da hier ein Radweg auf dem Deich verläuft. Am rechten Ufer ist der Deich von Gestrüpp überwuchtert.

km 62,8 - Straßenbrücke

km 49,8 - Grenze gegen Ungarn. Eine Überquerung der Grenze auf dem Fluss ist auf legalem Weg unmöglich, bis Rumänien in den Schengenraum aufgenommen wird. Der ungarische Abschnitt ist durchgehend reguliert, streckenweise kanalisiert und von hohen Deichen umgeben. Sehr einsame Gegend.

km 47,5 - Fähre, links die Kleinstadt Csenger.

km 43,7 - Straßenbrücke 49

km 35,3 - Fähre

km 21,9 - Eisenbahnbrücke.

km 20,7 - Straßenbrücke 491

km 3,4 - Fähre

km 0 - Mündung in die Theiß 1,5 km oberhalb der Stadt Vásárosnamény.


Im Faltboot auf dem Someș

Von Dej nach Satu Mare

Fluss gepaddelt im August 2016. Diese Beschreibung wurde zuletzt am 17.08.2016 aktualisiert.