Flussbeschreibung der ungar. Raab

Informationen für Kanuten & Paddler

Die Raab, ungarisch Rába genannt, ist mit einer Länge von 283 Kilometern, nach Donau und Theiß, der drittlängste Fluss Ungarns. Sie entspringt in der Steiermark in Österreich, fließt an Sárvár vorbei und mündet im ungarischen Győr in die Mosoni Duna (Moson-Donau oder Kleine Donau), einen rechtsseitigen Seitenarm der Donau. Trotz ihrer Länge handelt es sich bei der Raab um einen schmalen Fluss, der sich mit unzähligen Mäandern durch wunderschöne, vielfach unberührte Naturlandschaften schlängelt. Ihren Ursprung findet die Raab in Österreich auf einer Höhe von 1200 Metern. In dieser Flussbeschreibung wird jedoch nur die ungarische Rába beschrieben. Die Länge der hier beschriebenen Wanderstrecke von Szentgotthárd bis Györ beträgt etwa 207 Kilometer. (Quelle: Wikipedia)


Flusskarte der ungarischen Raab

Hinweise zur Verwendung der Karte

Karte der  Raab
Karte der Raab

Mit einem Klick auf das Google Icon rechts, könnt ihr eine von mir erstellte Flusskarte der Raab aufrufen. Diese Karte ist digital und basiert auf Google Maps. Darauf könnt ihr euch den Flussverlauf im Detail ansehen, sowie Wehre und Umtragungswege aus der Vogelperspektive betrachten. Sämtliche der in der Kilometrierung erwähnte Hindernisse sind in der Karte eingezeichnet. Die Umtragungswege sind als grüne Linien markiert. Sollte euch auffallen dass die Karte Fehler enthält, schreibt mir eine Nachricht und ich werde sie korrigieren.


Wo setze ich am besten ein?

Infos zu Einstiegsstellen und Anreise

Die Lafnitz in Szentgotthard.
Die Lafnitz in Szentgotthard.

Eine Wanderfahrt auf der Raab startet man am besten im ungarischen Grenzort Szentgotthárd. Die Anreise kann mit dem Zug erfolgen, es gibt eine eigene S-Bahn Verbindung zwischen Szentgotthárd und Graz. In Szentgotthárd angekommen bietet es sich an, nicht direkt in die Raab, sondern in die Lafnitz einzusetzen. Diese verfügt nicht nur über bessere Einstiegsmöglichkeiten, sie ist auch etwa doppelt so groß wie die Raab, welche wenig später von rechts mündet. Wer mit dem Auto anreist sollte dieses besser nicht in Szentgotthárd abstellen.

Zitat Kanu Erwin: 

(Bootsverleiher & erfahrener Raab-Paddler)

 

"Leider haben wir des öfteren schlechte Erfahrungen mit dem Abstellen von Fahrzeugen in Ungarn - St. Gotthard gemacht. So wurden uns unter anderem die Reifen abmontiert. Die Fahrzeuge waren dort sogar innerhalb eines Schulbereiches abgestellt. Wenn ihr mit dem Auto anreist solltet ihr dieses besser nicht in Szentgotthárd abstellen, sondern in Österreich bei der letzten Straßenbrücke in die Lafnitz südlich von Poppendorf einsetzen, und von dort 1,9 Kilometer nach Ungarn in die Raab paddeln. Dazu sollte man beim Abstellen bei der Brücke einen Hinweis hinter die Windschutzscheibe des Autos legen."


Wie weit kann ich fahren?

Infos zu Etappenplanung und Heimreise

Ende einer Raab Fahrt in Györ.
Ende einer Raab Fahrt in Györ.

Die Raab ist von Szentgotthárd bis zu ihrer Mündung in die Mosoni Duna in Györ befahrbar. Die Länge der Gesamtstrecke beträgt etwa 207 Kilometer. Wer nicht soviel Zeit hat, kann die Tour auch schon früher in Körmend oder Sárvár beenden. Diese Städte verfügen über Bahnhöfe welche eine problemose Heimreise ermöglichen. Wird die gesamte Strecke bis Györ befahren, erfolgt die Heimreise von dort. Györ verfügt als sechstgrößte Stadt Ungarns über einen großen Bahnhof, an dem Schnellzüge nach Wien und München halten.


Worauf muss ich sonst noch achten?

Kraftwerke und sonstige Gefahren

Baumverhau an der Raab.
Baumverhau an der Raab.

Die Raab ist wassertechnisch relativ einfach und besteht bis auf einige Kiesbankschwälle, ausschließlich aus Zahmwasser. Trotzdem ist der Fluss mit Vorsicht zu genießen. An manchen Stellen bilden im Fluss liegende Baumleichen regelrechte Barrikaden, von denen große Gefahr für Leben und Ausrüstung ausgeht, sofern man sie falsch angesteuert. Fortgeschrittene Flusswanderer, die mit ihrem Boot vertraut sind, werden keine Probleme haben. Kanu-Neulinge sollten sich dagegen nur mit erfahrener Begleitung auf die Raab begeben. 

Umtragung des Kraftwerks Ikervár.
Umtragung des Kraftwerks Ikervár.

Auf der gesamten Strecke gibt es vier unfahrbare Wehre, die sich alle relativ problemlos umtragen lassen. Für Solopaddler ist ein Bootswagen von großem Vorteil. Genaue Infos zu den Wehren und Umtragungen findet ihr in der Kilometrierung weiter unten. Einzig auf das Wehr von Ikervár bei km 102,3 sei an dieser Stelle noch kurz eingegangen. Diese Wehranlage leitet einen Teil des Flusswassers in einen Kraftwerkskanal, welcher zehn Kilometer später wieder in den Fluss mündet. Ist der Wasserstand der Raab dementsprechend niedrig, kann es im alten Flussbett nach dem Wehr zu Grundberührungen kommen, bis das abgleitete Wasser wieder hinzugeführt wird.

 

Ist dies der Fall, kann alternativ dazu auch der Kraftwerkskanal befahren werden. Dieser ist allerdings landschaftlich recht eintönig. Bei meiner Befahrung hatte ich einen Wasserstand zwischen -100  & -60 cm an der Pegelmessstation Sárvár. Bei diesem Pegelwert befand sich mehr als ausreichend Wasser im alten Flussbett und es war nicht nötig in den Kanal einzusetzen.

 

Zitat: Michael Kramer

(professionelle Kanu-Guide)

Ausstiegsstelle am Wehr von Ikervár.
Ausstiegsstelle am Wehr von Ikervár.

"Die Einschätzung, dass sich immer genug Wasser im Flussbett nach Ikervar befindet, teile ich nicht. Mit meinem Klepper und Gepäck habe ich lange Strecken treideln müssen, es waren stellenweise nicht einmal 5 cm Wasser in der Hauptrinne. Erst nach etwa 2 Kilometern war eine Befahrung wieder gut möglich. Bei meiner Befahrung lag der Pegel Sárvár übrigens bei -140 cm, das Maximaltief liegt bei -161 cm."

 

An Hand dieser Angaben und meinen eigenen Erfahrungen kann davon ausgegangen werden, dass ein Mindestpegel von -100 cm an der Messstelle in Sárvár erforderlich ist um problemlos im alten Flussbett paddeln zu können. 


Wo kann ich zelten & einkaufen?

Zelt- und Einkaufsmöglichkeiten

Zahlreiche schöne Zeltplätze.
Zahlreiche schöne Zeltplätze.

Die Raab ist ein sehr einsamer und abgelegener Fluss, mit zahlreichen schönen Zeltplätzen. Wildzelten an der Raab wird geduldet und auch von den einheimischen Kanuten vielfach praktiziert. Für größere Gruppen von Flusswanderern ist es dagegen schon schwieriger einen geeigneten Platz zu finden. Alternativ kann man auch auf einige Biwak- & Campingplätze am Fluss zurückgreifen. Deren Positionen werden in der Kilometrierung weiter unten aufgeführt.

 

Einkaufsmöglichkeiten sind an der Raab dagegen Mangelware, weshalb man sich bei Gelegenheit mit genügend Proviant eindecken sollte. Größere Supermärkte finden sich in Körmend und in Sàrvàr. Vor allem der große Tesco Supermarkt bei Kilometer 88,3 in Sárvár bietet sich zum Aufstocken der Vorräte an, da er sich unmittelbar neben dem Fluss befindet.


Flora und Fauna an der Raab

Lebensraum und Rückzugsort zahlreicher Arten

Blauflügel-Prachtlibelle an der Raab.
Blauflügel-Prachtlibelle an der Raab.

Die Raab ist einer der am wenigsten regulierten Flüsse Ungarns und verfügt über eine dementsprechend große Artenvielfalt. An Kaltblütern und Insekten finden sich verschiedene Arten von Prachtlibellen, Frösche, Ringelnattern und die Zauneidechse. Im Tal der Raab sind etwa 200 verschieden Vogelarten beheimatet. Am auffälligsten sind die zahlreichen Eisvögel, die ich noch nirgends in dieser Anzahl zu Gesicht bekommen habe.

 

Auch die smaragdrünen Bienenenfresser finden hier Lebensraum und brüten in den Steilufern am Fluss. An Raubvögeln finden sich Bussard, Habicht und Sperber sowie verschiedene Eulenarten. Abgesehen davon bietet die Raab Lebensraum für dreißig verschiedene Arten von Säugetieren. Darunter befinden sich die zwei großen, im Wasser lebenden Nager, Bisamratte und Biber, sowie der Fischotter, den ich hier das erste Mal in meinem Leben in freier Natur zu Gesicht bekommen habe.

(Quelle: ungarische Wikipedia)


Kilometrierung der Raab

Von Szentgotthárd bis Györ (206,8 km) Zahmwasser

Lafnitz in Szentgotthárd.
Lafnitz in Szentgotthárd.

km 206,85 - Mündung der Lafnitz in die Raab im Stadtgebiet von Szentgotthardt. Es empfielt sich kurz vor dem Zusammenfluss der beiden Flüsse in die größere Lafnitz einzusetzen. Wer mit dem Auto anreist sollte dieses besser nicht in Szentgotthárd abstellen, sondern in Österreich bei der letzten Straßenbrücke in die Lafnitz südlich von Poppendorf einsetzen, und von dort 1,9 Kilometer in die Raab paddeln. Dazu sollte man beim Abstellen bei der Brücke einen Hinweis hinter die Windschutzscheibe legen. 

km 206,8 - Straßenbrücke Szentgotthárd

Das Wehr von Magyarlak.
Das Wehr von Magyarlak.

km 197,4 - Wehr Magyarlak - Rechts umtragen. Am rechten Ufer befindet sich eine provisorische Ausstiegsstelle aus Brettern. Das Umtragen übers rechte Ufer gestaltet sich als unkompliziert. Der etwa hundert Meter lange Weg bis hinter das Wehr ist fast vollständig mit dem Bootswagen zu bewältigen.

km 195,9 - Straßenbrücke, darunter kleine Schwelle, gut fahrbar.

km 188,4 - Straßenbrücke

km 188,2 - Links Campingplatz mit schwimmendem Anleger.

km 174,1 - Straßenbrücke

km 174 - Links Anleger von Biwakplatz.

km 161,6 - Eisenbahnbrücke

Das Wehr von Körmend.
Das Wehr von Körmend.

km 161,5 - Wehr Körmend - Links umtragen oder überheben. Zum Umtragen des Wehrs links direkt an der Wehrkrone anlanden und über das trocken liegende Schrägwehr zum Unterwasser tragen. Das Einsetzen hinter dem Wehr gestaltet sich auf Grund von im Wasser liegenden Steinbrocken etwas mühsam. Bei Hochwasser, wenn das Wehr komplett überspült wird, muss übers linke Ufer umtragen werden. Hinter dem Wehr mündet von links die Pinka.

km 159,7 - Straßenbrücke, links Körmend, kleine Stadt (11.800 Ew.), Einkaufsmöglichkeiten, Spar-Supermarkt, Bahnhof.

km 159 - Straßenbrücke 86 / E65

km 145,4 - Straßenbrücke, links vor der Brücke Anleger von Campingplatz.

km 136,6 - Links Biwakplatz für Kanufahrer, Holzplattform zum Ausstieg, WC, Feuerstellen und Bänke.

km 135,4 - Straßenbrücke E66, rechts vor der Brücke Einkehrmöglichkeit mit Ausstiegsstelle.

km 130,7 - Eisenbahnbrücke

km 114,9 - Straßenbrücke 87

Das Wehr von Ikervár.
Das Wehr von Ikervár.

km 102,3 - Kraftwerk Ikervár - Links umtragen. Am linken Ufer vor dem Kraftwerk befindet sich eine Holzplattform zum Ausstieg Rechts zweigt der Kraftwerkskanal ab. Das Kraftwerk lässt sich mit Hilfe eines Bootswagens leicht umkarren, man kann entweder direkt hinter dem Kraftwerk einsetzen (steil und steinig), oder über einen Feldweg noch 200 Meter weiter karren. So erreicht man eine flache Einstiegsstelle, die auch mit dem Bootswagen zugänglich ist.

Ausstieg Kraftwerk Ikervár.
Ausstieg Kraftwerk Ikervár.

Die Raab ist hinter dem Kraftwerk recht schmal, es kann immer wieder zu Blockaden, durch im Fluss liegende Bäume kommen. Befindet sich zu wenig Wasser im alten Flussbett der Raab, kann alternativ auch den Kraftwerkskanal befahren werden. Dieser ist etwa 9 Kilometer lang und damit 4,5 Kilometer kürzer als das alte Flussbett. Laut ungarischem Kanuführer sollte man der Kraftwerksleitung Bescheid geben bevor man in den Kanal einsetzt. (Tel 96/11-220)

Kilometrierung des Kraftwerkskanals

km 0 - Rechts Abzweigung des Kanals bei km 102,3 vor dem Kraftwerk.

km 0,2 - Wehr, rechts umtragen etwa 100 Meter.

km 3 - Straßenbrücke

km 5,2 - Wehr, links umtragen etwa 500 Meter.

km 9 - Mündung des Kanals in die Raab bei km 88,8.


km 99,3 - Straßenbrücke

km 93,2 - Unfahrbare Stelle, der Fluss wird durch zahlreiche umgestürzte Bäume vollständig blockiert, die Blockade besteht seit mehreren Jahren, am rechten Ufer hat sich ein etwa 10 Meter langer Trampelpfad gebildet, über den das Hindernis problemlos umtragen werden kann. (Stand 2014)

km 88,8 - Rechts Mündung des Kraftwerkskanals und Rückführung des abgeleiteten Wassers.

Brücke & Supermarkt
Brücke & Supermarkt

km 88,3 - Straßenbrücke, links die Stadt Sárvár, (15.000 Ew.), Bahnhof. Am rechten Ufer hinter der Brücke befindet sich ein großer Tesco Supermarkt. Zum Einkaufen an der Wiese rechts vor der Brücke anlanden. Im Supermarkt kann auch mit Euro bezahlt werden. Man sollte hier unbedingt die Vorräte aufstocken da es bis zur Mündung praktisch keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt.

km 86,3 - Straßenbrücke 84

km 86,1 - Eisenbahnbrücke

km 72,8 - Straßenbrücke

Blick auf das Wehr von Nick.
Blick auf das Wehr von Nick.

km 67,8 - Kraftwerk Nick - Links umtragen. 200 Meter davor am linken Ufer Bootsanleger mit Rampe zum Aussetzen. Das Kraftwerk lässt sich mit Bootswagen problemlos 300 Meter über einen Güterweg umkarren. Vor dem Kraftwerk zweigt links ein kleiner Kanal ab der nicht befahrbar ist. Ab dem Kraftwerk von Nick ist die Raab stellenweise reguliert und nicht mehr ganz so naturbelassen. Es finden sich aber immer noch schöne Passagen. Gute Zeltplätze sind von nun an Mangelware. Rechtzeitig zuschlagen!

km 61,9 - Straßenbrücke

km 51,4 - Links Picknickplatz.

km 51,2 - Straßenbrücke

km 41,2 - Straßenbrücke

km 40,2 - Eisenbahnbrücke

km 39,7 - Straßenbrücke

km 28,8 - Straßenbrücke

km 23,3 - Straßenbrücke

km 22,6 - Links Biwakplatz, Rasenfläche zum Zelten, flache Ausstiegsstelle über Rampe. 

km 21,6 - Links Biwakplatz mit Holzssteg und Bänken, letzte vernünftige Möglichkeit zum Zelten bis Györ.

km 20,3 - Straßenbrücke

km 18,1 - Straßenbrücke

km 14,1 - Straßenbrücke, links Rábapatona, ab hier ist die Raab bis zur Mündung durchgehend begradigt. Sehr eintönig, kaum noch Strömung.

km 10,6 - Rechts Mündung der Marcal, durch diesen Zubringerfluss gelangte nach dem Kolontár-Dammbruch im Jahr 2010 giftiger Rotschlamm in die Raab und durch diese in die Donau.

km 4,9 - Autobahnbrücke

km 1,9 - 2 x Eisenbahnbrücke

km 1,6 - Straßenbrücke 1, danach Beginn des Stadtgebiets von Györ, sechstgrößte Stadt Ungarns (130.000 EW), wichtiger Industriestandort.

km 0,9 - Fußgängerbrücke

km 0,8 - Straßenbrücke

km 0,7 - Beginn einer kleinen Insel, rechts fahren.

km 0,4 - Straßenbrücke

km 0 - Mündung in die Mosoni Donau bei km 14,6. Es findet sich eine gute Ausstiegsstelle über Treppen, rechts nach der folgenden Brücke.


Flusswandern auf der Raab

Von Szentgotthárd nach Györ

Fluss zuletzt gepaddelt im Juli 2014. Diese Beschreibung wurde im Herbst 2014 zuletzt aktualisiert.